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„Heiraten“ ist eine Anzeigenrubrik in der bürgerlichen Presse, die schon im 19. Jahrhundert existierte. In ihr annoncierten neben Agenturen (Ehemaklern), auch Einzelpersonen (meist Witwen und Witwer), aber auch Eltern und andere Verwandte, die für Töchter, Mündel oder Nichten passende Partner suchten. Oftmals wurde die Summe der Mitgift gleich mitveröffentlicht. Auf der anderen Seite standen Männer, die auf der Suche nach einer möglichst hohen Mitgift oder „Einheirat“ waren.
Die meisten dieser Anzeigen wurden aus Not oder Dringlichkeit aufgegeben. Berichtet wird, dass die Anzahl seriöser Partner(innen) dafür sehr gering war. Zudem sah man seitens der „guten Gesellschaft“ oft einen Makel darin, sich über „Annoncen“ kennenzulernen.
Im Unterschied zwischen den Heiratswünschen im 19. Jahrhundert wurde im 20. Jahrhundert weniger aus der Not geheiratet, als aus dem Wunsch, „mangels Gelegenheit“ einen passenden Partner (oder eine Partnerin) für eine baldige Ehe in der weiteren Umgebung zu finden. Vor allem Akademiker(innen) versuchten auf diesem Weg, „passende“ Ehepartner zu suchen.