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Seit einiger Zeit stellen Psychologen und Soziologen fest, dass sich die bisherigen Vorstellungen der lebenslangen Ehe oder Beziehung wandelt. Man untersuchte die neuen Möglichkeiten und begann, sie zu katalogisieren. Grob vereinfacht, fand man die hier erwähnten „Liebesstile“. Die Zusammenfassung wurde durch die der Redaktion der „Liebeszeitung“ modernisiert, denn die Forschungen von John Alan Lee gehen bereits auf das Jahr 1988 zurück.
Ob diese „Liebesstile“ wirklich existieren, ist unbekannt. Sie werden unter Vorbehalt veröffentlicht.
Liebesheirat oder feste Liebesbeziehung
Die Liebesbeziehung aufgrund einer leidenschaftlichen sexuellen Anziehung wird im Wissenschaftsjargon auch als „romantische Liebe“ bezeichnet. Paare, auf die das zutrifft, fühlen sich körperlich und emotional zueinander hingezogen und genießen diesen Zustand. Das heißt, sie schöpfen aus der Lust aneinander einen Gewinn.
Spielerische Liebe
Bei der spielerischen Liebe steht Sex im Vordergrund. Geht man von einem Hetero-Paar aus, so geht es zumeist um die „offene Ehe“, in der sich beide Partner Affären gestatten. Triolen oder Swinger-Aktivitäten gehören ebenfalls dazu, und auch SM-Aktivitäten folgen manchmal diesem Muster.
Freundschaftliche Liebe
Bei dieser Liebesform entwickelte sich die Liebe aus gemeinsamen Aktivitäten und der körperlichen wie auch emotionalen Nähe. Es handelt sich also nicht um eine {{Friendzone]], sondern um ein Zusammenleben, bei dem leidenschaftlicher Sex eine vergleichsweise geringe Rolle spielt.
Liebe in gegenseitiger Abhängigkeit
Bei dieser Art der Liebe entsteht aus einer anfänglich „gewöhnlichen“ Liebesbeziehung eine gegenseitige, emotionale Abhängigkeit. Psychologen glauben, dass solche Beziehungen von der Angst beherrscht werden, verlassen zu werden. Dies trifft vor allem auf Beziehungen zu, die als 24/7-Beziehungen gelten. In dieser Art von Beziehungen spielt Eifersucht offenbar eine große Rolle.
Pragmatische Liebe (früher Vernunftehe)
Die Vernunftehe entsteht, wenn beide Partner die Vorteile der Beziehung abwägen, also beispielsweise den Gewinn der Zweisamkeit mit dem Verlust der Freiheit vergleichen. Es kann sich auch um Besitz, Macht oder soziales Ansehen handeln. Das Thema ist seit Längerem bekannt, und vor allem Online-Partnervermittlungen werden bezichtigt, diese Tendenz zu fördern.
Gegenseitige selbstlose Liebe
Das Fremdwort für selbstlos heißt „altruistisch“ – und in dieser Liebesform steht das Wohl der jeweils anderen Person im Mittelpunkt. Eigene Wünsche und Bedürfnisse spielen dabei nur eine geringfügige Rolle. Normalerweise werden solche Beziehungen als problematisch eingeschätzt.
Forschung und Lehre, Zeitschrift.
(Dorsch, zuverlässige Quelle)
Lee, J.A. (1988) Love-Styles. In: Sternberg, R.J. and Barnes, M.L., Eds., The Psychology of Love, Yale University Press, New Haven, 38-67.
Arnold Retzer - Lob der Vernunftehe (Buch), Ersterscheinung 2009.