Chemie

Chemie als emotionaler Zustand in Beziehungen und Liebe

Als „Chemie zwischen zwei Menschen“ gilt der Zustand, ohne Worte oder besondere Mühe in den Gefühlen übereinzustimmen. Man sagt dann eben auch, dass „die Chemie stimmt“.

Ganz neu ist der Begriff nicht. Er stammt vom britischen Dichter John Donne (1590) und lautet:

Then like the Chymicks masculine equall fire,  Which in the Lymbecks warm wombe doth inspire  Into th’earths worthlesse durt a soule of gold,  Such cherishing heat her best lov’d part doth hold.”

Sinngemäß heißt dies, dass die Menschen im wertlosen erscheinenden Einerlei des Alltags eine „goldene Seele“ entdecken, die sie mit einer „inneren Wärme“ umhüllt.

Wissenschaftlich gesprochen und ins 21. Jahrhundert übersetzt kann man es so sagen:

„Chemie nennt man eine gemeinsame Gefühlsregung, die sich nicht aus der Summe der einzelnen Äußerungen ergibt, sondern darüber hinausgeht.“

Das Wort "Chemie" als "Verbindung" im Deutschen

Der Ausdruck ist in Deutschland ebenfalls bekannt, wird jedoch nicht in allen Lexika erwähnt. Wenn man in Deutschland sagt: „Die Chemie hat gestimmt“, dann heißt dies: „Die Gefühle haben zur Zweisamkeit beigetragen“.

Was die "Chemie" für Begegnungen und zukünftige Beziehungen bedeutet

Obwohl Paare oft glauben, es handele sich bei der „Chemie“ um etwas Ähnliches wie bei der „Liebe auf den ersten Blick“, behaupten Forscher, dass sich eine „gute Chemie“ zwischen Personen erst nach einiger Zeit einstellt. Dabei ginge es im Wesentlichen um gemeinsame Erlebnisse oder Ereignisse, die „ähnlich empfunden“ würden. Allerdings kann dieser Zustand „bereits bei den ersten Interaktionen“ spürbar sein.

Kurzgefasst kann man dies so ausdrücken:

Wenn die ersten gemeinsamen Handlungen ein Gefühl der Gemeinsamkeit erzeugen, dann besteht die Chance, dass sich die „Chemie“ zwischen beiden verstärkt und das Paar zusammenbleibt.

Mehr über das Wort "Chemie" in Beziehungen

Weitere Informationen (englisch)

Wissenschaftliche Studie von Reis et al: Zur Studie

In ähnlicher Weise spricht man im Jugendjargon von „Vibes“ (Vibrationen).